Das Geheimnis hinter der Materie

DIE ANTWORTEN AUS DEM QURAN - 1 -

Wie sollte die Liebe zu Gott sein?
 
Die Liebe zu Gott ist eine sehr tief verwurzelte Zuneigung, eine Kombination von verschiedenen Gefühlen. Diese Liebe enthält ein Gefühl der Ergebenheit gegenüber dem Schöpfer, Der der Herr unendlicher Macht ist, ein starkes Vertrauen auf Seine unendliche Gnade, Respekt gegenüber Seiner unendlichen Weisheit, und eine große Bewunderung für Seine unendliche Schönheit. Das Wissen, dass Gott der Herr über alles ist, fügt dieser Liebe Loyalität und Hingabe hinzu. Derjenige, der sich aller dieser Dinge bewusst ist, ergibt sich seinem Herrn mit einer sehr intensiven Liebe, die äußerst wahr und rein ist.
 
Im Quran offenbart Gott die falschen Vorstellungen von der Liebe derjenigen, die andere Gottheiten neben Ihn stellen, und Er sagt folgendes über die unverfälschte Liebe, die die Gläubigen für Ihn fühlen:
 
Und doch gibt es Menschen, die neben Allah Ihm angeblich Gleiche setzen und sie lieben, wie man Allah (nur) lieben soll: Aber die Gläubigen sind stärker in der Liebe zu Allah. Wenn die Frevler nur sehen würden, wenn sie die Strafe sehen, dass alle Kraft Allah gehört und dass Allah streng im Strafen ist. (Quran, 2:165)
 
Es ist Gott, Der würdig ist, aufrichtig geliebt zu werden, weil alle jene Dinge, die uns glücklich machen und uns Vergnügen bereiten, Segnungen von Ihm sind. Er ist der wahre Herr der Schönheit. Deshalb sollte die Liebe, die jemand für all das fühlt, das er sieht und mag, an Gott gerichtet werden.
 
Ist die Liebe zu Gott nicht genug? Müssen wir uns auch vor Ihm fürchten?
 
Dem Quran entsprechend verlangt wahre Liebe Respekt und die Vermeidung von allem, was Gott missfällt. Wenn wir das Leben und die Taten von Menschen betrachten, die glaubten, Liebe allein reiche aus, dann sehen wir, dass sie nicht standfest genug waren in ihrem Glauben. Jemand jedoch, der Gott wahrhaftig liebt, befolgt vor allem Seine Anweisungen, vermeidet die Dinge, die Ihm missfallen und er wird hingeleitet zu Taten, die Ihm wohlgefallen. Er zeigt seine Liebe, indem er Gottes Wohlgefallen in jedem Moment seines Lebens sucht, durch hohen Respekt vor Ihm und durch Vertrauen und Loyalität zu Ihn.
 
Verhält er sich so, wird er eine tiefe Furcht empfinden, Gottes Wohlgefallen zu verlieren und Seinen Zorn zu erregen. Kleidet er seine Liebe aber nur in Worte, während er ansonsten ein achtloses Leben führt und die von Gott gesetzten Grenzen überschreitet, so ist dies sicherlich eine unaufrichtige Haltung. Im Quran hat Gott den Menschen befohlen, Ihn zu fürchten:
 
Wendet euch Ihm zu und fürchtet Ihn und verrichtet das Gebet und seid nicht unter denen, die Ihm Gefährten zur Seite setzen. (Quran, 30:31)
 
Was bedeutet es, an Gott Wohlgefallen zu finden?
 
An Gott Wohlgefallen finden, bedeutet, mit dem persönlichen Schicksal zufrieden zu sein, das Gott vorher bestimmt hat, dieses bedingungslos anzunehmen und keinerlei inneren Widerstand dagegen aufzubauen. Man kann das Gute in einem Ereignis vielleicht in jenem Moment nicht begreifen; doch ob man begreift oder nicht, man weiß, dass Gott mit jedem Ereignis etwas Gutes bezweckt.
 
Gläubige vertrauen daher, gleichgültig, was ihnen auch widerfährt, auf Gott.
 
Sie denken niemals darüber nach, ob ihnen ein Ereignis Gutes oder Schlechtes bringt, sondern sie vertrauen Gott vollkommen und wissen, dass sich am Ende immer alles zum Guten wendet.
 
Man kann tödlich krank werden, einen ernsten Unfall haben und physisch behindert bleiben, seinen ganzen Reichtum verlieren und arm werden, von anderen benachteiligt werden oder auf ein anderes äußerst unerwartetes Ereignis stoßen. Egal was geschieht, sollte man wissen, dass alle diese Dinge unter der Kontrolle Gottes stattfinden, und sich deshalb geborgen fühlen. Wer so fühlt, wird sich dem Verstand Gottes und Seiner Gnade völlig unterwerfen. Er sagt seinem Herrn Dank, egal unter welchen Bedingungen. Das ist das Verhalten, das jemand, der an Gott Wohlgefallen findet, an den Tag legt. Gott sagt folgendes über Seine Diener, die an Ihn Wohlgefallen finden:
 
…Er hat ihnen den Glauben eingegeben, und Er stärkt sie mit Seinem Geist. Und Er führt sie in Gärten ein, durcheilt von Bächen, ewig darin zu verweilen. Allah hat Wohlgefallen an ihnen, und sie haben Wohlgefallen an Ihm. Sie sind Allahs Partei. Allahs Parteigänger sind gewiss die Erfolgreichen. (Quran, 58: 22)
 
Was bedeutet es, Gott nahe zu sein?
 
Gott nahe zu sein bezieht sich auf eine Steigerung der Liebe, Hingabe und Gottesfurcht, die jemand für Gott empfindet. Es gibt keine Grenze, wie nah jemand Gott sein kann. Im Jenseits wird den Menschen entsprechend ihrer Nähe zu Ihm vergolten und ein ewiges Leben im Paradies versprochen. Deshalb sollte das echte Ziel jedes Menschen im Leben eine aufrichtige Anstrengung sein, wie Gott sie verlangt. Auf die von den Gläubigen verlangten Anstrengungen wird im Quran mit diesen Worten hingewiesen:
 
Aber etliche unter den arabischen Beduinen glauben auch an Allah und den Jüngsten Tag und betrachten ihre Spenden als Mittel zur Annäherung an Gott und zur Berücksichtigung in den Gebeten des Gesandten. Für sie ist es in der Tat ein Mittel der Annäherung. Wahrlich, Allah wird sie in Seine Barmherzigkeit einführen. Siehe, Allah ist verzeihend und barmherzig. (Quran, 9: 99)
 
Die Liebe und Hingabe, die ein Mensch, der Gott näher gekommen ist, für Ihn hat, werden noch weiter verstärkt. Er fürchtet sich außerordentlich, in einer Weise zu handeln, die Gott nicht gefallen würde, und entsprechend hütet er sich vor dem Übel. Seine Hingabe an die Religion, sein Eifer, der Religion zu dienen, werden stärker. Je stärker seine Nähe zu Gott ist, desto mehr werden alle diese Tugenden zunehmen.
 
Kann man herausfinden, welche Menschen religiöser sind als andere? Welche Verhaltensweisen sind Zeichen von Frömmigkeit?
 
Zuerst einmal muss klar sein, dass das relevante Kriterium die Gläubigkeit ist, mit anderen Worten, Gottesfurcht und starke Religiosität. Abgesehen davon haben Rasse des Menschen, Herkunft, sozialer Status oder materieller Besitz keinerlei Bedeutung im Angesicht Gottes und der Muslime. Gott drückt diese Wahrheit in einem Vers aus:
 
O ihr Menschen! Wir erschufen euch aus einem Mann und einer Frau und machten euch zu Völkern und Stämmen, damit ihr einander kennenlernt. Doch der vor Allah am meisten Geehrte von euch ist der Gottesfürchtigste unter euch. Allah ist fürwahr wissend, kundig. (Quran, 49:13)
 
Wer ist dann am frommsten?
 
Es ist ganz unmöglich, zu bestimmen, wer im Angesicht Gottes am meisten Frömmigkeit zeigt. Die wahre Frömmigkeit des Menschen, seine Aufrichtigkeit und sein Glaube sind in seinem Herzen verborgen, und nur Gott kann sie erkennen.
 
Die Menschen beurteilen andere nach deren Verhalten. Die Aufrichtigkeit eines Menschen zu Gott, seine Loyalität zur Religion, die aufrichtige Anstrengung, die er macht, um das Wohlgefallen Gottes zu ereichen, sein Eifer und seine Entschlossenheit, der Religion zu dienen, seine Liebe zu den Gläubigen, und seine Loyalität erzeugen eine Meinung über die Frömmigkeit dieses Menschen. Trotzdem liegt das endgültige Urteil allein bei Gott.
 
Der Mensch ist fromm dadurch, dass er Sünden und Taten vermeidet, die verboten sind oder die der Moral des Quran widersprechen. Wer im Leben durch gute Moral gefestigt ist, größere Anstrengungen unternimmt, um der Religion zu helfen und eifriger die Gebote der Religion befolgt, dessen Frömmigkeit nimmt zu im Vergleich zu anderen.
 
Ein frommer Gläubiger offenbart sich auch durch seinen Verstand. Die Entscheidungen, die er trifft, sind richtig. Er findet viel leichtere und schnellere Lösungen für die Probleme, denen er sich gegenüber sieht. Seine Rede ist klug und beeindruckend. Er kann Aspekte von Ereignissen wahrnehmen, die von anderen nicht bemerkt werden können, und er bemerkt sie mit einem viel schärferen Bewusstsein. Beim Gebet drängt er sich nicht in den Vordergrund, sondern er ist zurückhaltend und aufrichtig. Er sucht nicht die Genugtuung und das Lob anderer, sondern ausschließlich Gottes Wohlgefallen. Unabhängig von der Situation hält er sich immer an die von Gott gesetzten Grenzen. Wie man erwarten kann, ist ein Mensch, der alle diese Eigenschaften besitzt, ein Mensch der Rechtschaffenheit. Aber dennoch ist es nicht möglich, definitiv zu wissen, ob dieser Mensch aufrichtig gläubig ist, oder ob ein anderer ein höheres Maß an Frömmigkeit besitzt. Denn der Mensch kann nur oberflächlich urteilen anhand des äußeren Anscheins. Der wahre Glaube der Menschen, seine Ergebenheit, Aufrichtigkeit und Nähe zu Gott sind nur Gott allein bekannt.
 
Was bedeutet "Beten in Furcht und Verlangen"?
 
Gott hat den Menschen befohlen, einander zum Guten anzuleiten und gute Taten zu tun, um in allen Lebensbereichen die Genugtuung Gottes zu verdienen. Trotzdem ist niemand gewiß, in das Paradies einzugehen aufgrund seiner guten Handlungen. Deshalb, ganz gleich wie stark ein Mensch sich Gott zuwendet, und wie aufrichtig er ist, lebt er in jedem Moment seines Lebens in Furcht und Verlangen. Die Strafe der Hölle fürchtend, bittet er um die Vergebung für seine Fehler. Andererseits, da er aufrichtig an Gott glaubt, fleht er Ihn an, ihm seine Fehler zu verzeihen. Er hat bis zum Tag der Abrechnung, wenn das Urteil Gottes bekannt wird, immer sowohl die Furcht vor der Hölle, als auch die Hoffnung auf das Paradies. Es ist im Quran verkündet, dass die Propheten zu Gott sowohl in Furcht als auch mit Hoffnung beteten:
 
Da erhörten Wir ihn und schenkten ihm Johannes und machten seine Frau für ihn fähig (zu empfangen.) Siehe, sie wetteiferten im Guten und rieten Uns mit Liebe und Ehrfurcht an und demütigten sich vor uns. (Quran, 21:90)
 
Welche Form hatten die im Quran erwähnten Gebete der Propheten und Gläubigen?
 
Gott hat den Gläubigen bezüglich der Gebete keine Grenzen gesetzt, sondern Er hat sie aufgefordert, bei Ihm Zuflucht zu suchen und Ihn bei all ihren Bedürfnissen um Hilfe zu bitten, als er sagte: "Ruft mich an, Ich werde auf euch eingehen!" (Qur’an, 40: 60).
 
Wenn wir im Quran auf die Gebete der Propheten schauen, sehen wir, dass sie mit großer Aufrichtigkeit beteten und sich Gott zuwandten, wobei sie sich von allem anderen loslösten. Auch priesen die Propheten Seine Namen, wenn sie beteten. Diesem Beispiel folgend, sollten sich alle Gläubigen ehrlich und aufrichtig Gott zuwenden und Ihm alle ihre Geheimnisse offenbaren.
 
Die im Quran überlieferten Gebete der Propheten und Gläubigen zu Gott sollten helfen,
 
sie auf den richtigen Weg zu führen, den Weg jener, die Gott gesegnet hat und sie nicht den Weg derer gehen zu lassen, die Zorn in sich tragen, und nicht den Weg der Fehlgeleiteten,
den Ort an dem sie lebten, zu einem sicheren Ort zu machen,
die Bewohner ihrer Stadt, die an Gott und den jüngsten Tag glaubten, mit Früchten zu versorgen,
Muslime aus ihnen zu machen, die sich Gott unterwerfen, und auch ihre Nachfahren zu einer Gott ergebenen muslimischen Gemeinschaft zu machen,
sie im Gebet zu unterweisen,
sich ihnen in Barmherzigkeit zuzuwenden,
ihnen Gutes zuteil werden zu lassen, sowohl in dieser Welt als auch im Jenseits,
sie vor der Strafe des Feuers zu bewahren,
sie am Tag der Auferstehung nicht in Ungnade zu lassen,
sie nicht zur Verantwortung zu ziehen, wenn sie vergaßen oder Fehler machten.
 
Diese von den Propheten gesprochenen Gebete sind auch eine Führung für uns. Auch wir müssen in unserem täglichen Leben oft zu Gott beten und Ihm alle unsere Wünsche und Probleme offenbaren. Wir dürfen nicht vergessen, dass Gott die Wünsche derjenigen Seiner Diener erhört, die aufrichtig zu ihm beten.
 
Wird Reue, die erst angesichts des Todes empfunden wird, von Gott akzepiert?
 
Gott offenbart in seinen Versen, dass Er die Reue der Menschen annimmt, jedoch nicht mehr zum Zeitpunkt des Todes. Doch hat der Mensch bis zum Ende seines Lebens Zeit, seine Missetaten zu bereuen. Gott hat für die Dinge, für die um Vergebung gebeten werden kann, keine Grenze gesetzt. Jemand mag das schlimmste vorstellbare Verbrechen begangen haben, oder sich sogar an der Religion versündigt haben. Ungeachtet dessen kann Gott - wenn Er es will – seine Reue annehmen und ihm vergeben, wenn der Betreffende ehrlich bereut, zu Gott um Vergebung betet und an Ihn glaubt. Doch bei jemandem, der es ein ganzes langes Leben nicht für nötig hielt, seinen Unglauben zu bereuen und sich neu zu orientieren, aber seine Bußfertigkeit vor seinem letzten Atemzug im Angesicht des Todes beteuert, liegt der Fall anders. Hier sagt der Quran folgendes zum Urteil über jene, die behaupten zu bereuen:
 
Keine Vergebung haben aber jene zu gewärtigen, welche Übles taten bis, wenn der Tod sie ereilt, sie sprechen: "Siehe, jetzt bekehre ich mich!", und auch nicht jene, die als Ungläubige sterben. Für jene bereiten Wir schmerzliche Strafe. (Quran, 4:18)
 
Die Menschen beten normalerweise nur, wenn sie in Not sind. Wie ist dieses falsche Verhalten im Quran beschrieben?
 
Menschen, die von der Moral des Quran entfernt leben, beten nur zu Gott, wenn sie einer Krankheit, Schwierigkeiten oder einer Katastrophe ins Gesicht sehen. Menschen die nur in solchen Zeiten Zuflucht bei Gott suchen, dann aber Tag und Nacht zu Ihm beten, dass Er sie von ihren Schwierigkeiten befreie und ihnen Seinen Segen zuteil werden lasse, wenden sich sofort wieder von Ihm ab, wenn ihre Probleme gelöst sind.
 
Sie vergessen, zu Gott zu beten und Ihm für die Segnungen, die Er ihnen zukommen ließ, zu danken. Das liegt in erster Linie daran, dass sie nicht rechtgläubig sind. Die Haltung, die sie angesichts von Sorgen und Schwierigkeiten annehmen, entspringt nur ihrer Hilflosigkeit. Sobald sie von ihren Schwierigkeiten befreit werden, offenbaren sie sofort ihre Unaufrichtigkeit zu Gott und ihre wahren Vorstellungen von richtiger Moral.
 
Das heuchlerische und unaufrichtige Gebaren dieser Menschen wird im Quran mit folgenden Worten veranschaulicht:
 
Und wenn Wogen sie gleich Hüllen überdecken, dann rufen sie zu Allah in lauterem Glauben. Hat Er sie jedoch an den Strand gerettet, dann schwanken einige hin und her (zwischen Glauben und Unglauben). Unsere Zeichen bestreiten aber nur die Treulosen und Undankbaren. (Quran, 31:32)
 
Warum ist es unmöglich, ohne die Religion glücklich zu sein?
 
Es ist nicht möglich, im wahren Sinn glücklich zu sein, solange man nicht nach der Religion lebt. Denn um glücklich zu sein, muss man ein reines Gewissen haben. Mit anderen Worten, es sollte nichts geben, dass Sorgen bereitet, verwirrt oder Ursache für Gewissensbisse sein kann. Ein ruhiges Gewissen kann nur auf eine Weise erreicht werden, und das ist, nach der Religion zu leben. Das Gewissen unterliegt dem Willen Gottes, und es befiehlt dem Menschen an Gott zu glauben, die Gebote der Religion zu erfüllen und in Übereinstimmung mit der Moral des Quran zu handeln. Deshalb kann ein religionsfeindlicher Mensch, der gegen diesen Befehl seines Gewissens sein Leben lang angekämpft hat, nicht glücklich sein. Gott hat offenbart, dass der Mensch wahren Seelenfrieden nur erreichen kann, wenn er an Gott glaubt:
 
Diejenigen, welche glauben und deren Herzen im Gedanken an Allah in Frieden sind - sollten die Herzen im Gedanken an Allah denn nicht in Frieden sein? (Quran, 13:28)
 
Was ist die wahre Natur des Lebens in dieser Welt?
 
Eine der ernstesten, aber größtenteils nicht zugegebenen falschen Auffassungen der Menschen ist die Annahme, dass das Leben in dieser Welt das einzige, das reale Leben sei. Tatsächlich aber ist die Welt ein vorläufiger, von Gott geschaffener Ort, um den Menschen zu prüfen. Was real ist, ist das Leben nach Tod. Deshalb ist alles, was die Menschen in der flüchtigen und kurzlebigen Existenz dieser Welt völlig in Anspruch nimmt, nichts anderes als der Genuss einer Illusion. Wie in Sure 3, Vers 14 niedergeschrieben, warnt Gott die Menschen vor dieser Täuschung und erinnert sie daran, dass der wirkliche, schöne Aufenthaltsort für den Menschen sich in der Gegenwart Gottes befindet:
 
Den Menschen ist es eine Lust, sich an Frauen und Kindern, aufgespeicherten Schätzen an Gold und Silber, Rassepferden, Herden und Ackerland zu erfreuen. So ist der Nießbrauch des Lebens im Diesseits. Aber Allah – bei Ihm ist die schönste Heimstatt. (Quran, 3:14)
 
Wie dieser Vers offenbart, sind wertvoller Schmuck, Vermögen, Besitz, gewinnbringende Geschäfte, schöne und reiche Lebensgefährten, gesunde Kinder und schmucke Häuser alles Werte, die die Menschen an diese Welt binden.
 
Man darf nicht vergessen, dass alle diese Dinge von Gott als Segnungen gegeben werden, und dass sie vergänglich sind. Wie in mehreren Versen offenbart wird, ist der wirklich schöne Ort, den es zu erreichen gilt, das Heim des Jenseits.
 
Der Mensch muss den ihm gegebenen Segen verwenden, um sich auf das Jenseits vorzubereiten. Menschen, die im Bewusstsein dieser wichtigen Tatsache handeln, werden sich vom Tand dieser Welt niemals täuschen lassen.
 
Was bedeutet es, mit dem Leben in dieser Welt zufrieden zu sein?
 
Mit dem Leben in dieser Welt zufrieden zu sein bedeutet, nur für diese Welt Pläne zu machen, das Leben im Jenseits zu vernachlässigen und ausschließlich für diese Welt zu leben. Solche Menschen bevorzugen das Leben dieser Welt, das nur ungefähr sechzig oder siebzig Jahre dauert, im Gegensatz zum ewigen Leben, das danach beginnt. Sie vergessen, dass das Leben im Paradies vollkommen und endlos ist, wohingegen diese Welt voller Fehler ist. Das Leben in dieser Welt als nahe und das Jenseits weit entfernt sehend, wünschen sie, diese Welt zu genießen. Doch ihr größter Fehler an diesem Punkt ist der, keine Vorbereitungen für das Jenseits zu treffen während sie das Leben dieser Welt leben. Doch werden diejenigen, die auf das Jenseits bedacht sind, imstande sein, sowohl die Geschenke des Lebens in dieser Welt als auch die Schönheiten des Paradieses zu genießen. Andererseits werden diejenigen, die mit dem Leben in dieser Welt zufrieden sind, nur aus dieser Welt einen Nutzen ziehen, und Sie werden ihre Strafe im Jenseits erhalten. Die Vergeltung für diejenigen, die mit dieser Welt zufrieden sind, ist im Quran so beschrieben:
 
Doch diejenigen, welche nicht erwarten, Uns zu begegnen, und die mit dem irdischen Leben zufrieden sind und sich darin aufgehoben fühlen und Unsere Botschaft nicht beachten - ihre Herberge ist das Feuer, wegen dessen, was sie getan haben. (Quran, 10:7-8)
 
Denjenigen, die ihren Schöpfer vergessen und sich gierig dem Leben in dieser Welt widmen, wird ein mit unendlichem Segen angefülltes Leben entgehen. Außerdem werden sie im Jenseits die Dinge, denen sie in dieser Welt so sehr verbunden waren, nie erreichen können, nicht für einen einzigen Moment.
 
Warum wird man nicht sofort für die Fehler, die man in dieser Welt macht, bestraft?
 
Die Tatsache, dass man für seine Fehler nicht sofort bestraft wird, sollte niemanden zur Nachlässigkeit ermuntern. Denn Gott gibt den Menschen eine bestimmte Zeit, in der Er prüft, wie sie sich verhalten werden. Er verspricht denen das Leben im Paradies, die gut sind, und das Leben der Hölle denjenigen, die Übles tun. Angesichts dieser Tatsache, sollte jemand, der nicht sofort für das Unrecht, das er getan hat, gezüchtigt wird, sich keinem Missverständnis hingeben. Im Gegenteil sollte er sofort begreifen, dass Gott ihm diese Zeit aus Liebe und Mitgefühl gegeben hat, damit er bereut.
 
Im Quran informiert Gott die Menschen darüber in dem Vers:
 
"Wenn Allah aber die Menschen nach ihrem Verdienst strafte, ließe er auf der Erdoberfläche kein Lebewesen zurück. Er gewährt ihnen jedoch Aufschub bis zu einem bestimmten Termin. Und wenn ihre Frist abgelaufen ist - Allah durchschaut Seine Diener sehr wohl." (Quran, 35: 45).
 
Ein Mensch mit Verstand muss jede Gelegenheit ergreifen, seine Fehler zu bereuen und wieder gut zu machen und jede Anstrengung unternehmen, sie nicht zu wiederholen.
 
Welches sind die göttlichen Gründe für die Schwächen der Menschen im Leben in dieser Welt?
 
Es gibt viele physische Nachteile, die dem Menschen zu schaffen machen. Zuallererst muss er seinen Körper bei Gesundheit halten, er muss seine Umgebung reinigen und sich ständig um sie kümmern. Die Zeit, die er damit verbringt, erfordert einen großen Teil seines Lebens. Doch ganz gleich, wie sorgfältig er dabei ist, die Wirkung ist immer nur zeitlich begrenzt. Jemand, der seine Zähne putzt, wird finden, dass nur eine Stunde später sich seine Zähne anfühlen werden, als ob er sie nie gereinigt hätte. Jemand der im Sommer ein Bad nimmt, wird sich nur ein paar Stunden später so fühlen, als ob er nie gebadet hätte.
 
Hierbei ist wichtig, zu verstehen, dass solche physischen Nachteile einen spezifischen Zweck haben. Dies sind keine zwangsläufigen Schwächen, sie sind besonders geschaffen worden. Auf die gleiche Weise sind das Alter und die Veränderungen, die es begleiten, von Gott geschaffene Schwächen, um die Menschen an die vergängliche Natur des Lebens denken zu lassen, zu vermeiden, dass sie dieser Welt, die voller Fehler ist, zu sehr verbunden werden und zu bewirken, dass sie sich auf das Jenseits, ihr wirkliches Heim, vorbereiten.
 
Gott rät den Menschen in Sure 6, Vers 32, dass das Beste, worauf der Mensch hinarbeiten kann, das Jenseits ist:
 
Das irdische Leben ist nur ein Spiel und ein Scherz. Doch das jenseitige Haus ist für die Gottesfürchtigen besser. Seht ihr das nicht ein? (Quran, 6: 32)
2009-01-27 20:22:09

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